Gefragte Berufe in der Schweiz 2026: vier Mangelberufe und viel Konkurrenz

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Illustration: Ein Baum mit zwei gegensätzlichen Seiten; links drängt sich eine lange Reihe Vögel auf einem kahlen Ast, rechts sitzen nur zwei Vögel zwischen Laub und vier orangefarbenen Früchten.

Nur noch in vier von 32 Berufsgruppen herrschte 2025 in der Schweiz Fachkräftemangel, wie die Adecco Group und die Universität Zürich feststellen. Gleichzeitig weist das SECO für manche qualifizierte Berufe eine Arbeitslosenquote von 5 % und mehr aus.

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Wenig Mangel, viel Konkurrenz

Der Fachkräftemangel Index Schweiz 2025 der Adecco Group und der Universität Zürich setzt die offenen Stellen ins Verhältnis zu den Stellensuchenden. Lediglich vier seiner 32 Berufsgruppen wiesen noch einen Mangel auf: die Gesundheitsfachleute, die Bauführer und Poliere, die ingenieurtechnischen Fachkräfte sowie die Elektriker und Elektroniker. Selbst dort ging der Mangel innert Jahresfrist zurück. Laut dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan) wurden für keinen Beruf in der Schweiz so viele Stellen ausgeschrieben wie für Pflegefachpersonen: Am 15. November 2024 waren es 8623, das Tessin nicht eingerechnet.

Umgekehrt unterliegen laut SECO Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 5 % der Stellenmeldepflicht. Für die Liste 2026 beziehen sich diese Quoten auf denselben Zeitraum wie der Fachkräftemangel Index. Darauf finden sich neben Hilfskräften auch qualifizierte Berufe.

Beispiele meldepflichtiger Berufsarten 2026

Berufsart Arbeitslosenquote
Biologen und verwandte Berufe 6,8 %
Führungskräfte in Vertrieb und Marketing 6,2 %
Volkswirtschaftler 6,0 %
Chemiker 5,5 %
Uhrenarbeiter 8,7 %
Köche 5,3 %

Quelle: SECO, Liste 2026; registrierte Arbeitslosigkeit, Durchschnitt vom 4. Quartal 2024 bis zum 3. Quartal 2025.

Ein Berufsfeld, zwei Welten

Auf dem Bau fehlen weiterhin Bauführer, während die Liste des SECO für Gipser eine Arbeitslosenquote von 10,0 % ausweist. In der Industrie tragen auch die Schweisser, wenn auch in geringerem Mass, zum Anstieg der Stelleninserate bei, den die Adecco Group und die Universität Zürich messen. Ihre Arbeitslosenquote liegt dennoch bei 5,1 %. Mehr Inserate bedeuten nicht automatisch weniger Konkurrenz: In den Büroberufen steigt ihre Zahl, doch der Fachkräftemangel Index stellte dort ebenso wie in der Informatik ein Überangebot an Fachkräften fest.

Das SECO wiederum ordnet die Arbeitslosen ihrem zuletzt ausgeübten Beruf zu. Im September 2026 stammten 28 486 von ihnen aus akademischen Berufen, 13,3 % mehr als ein Jahr zuvor. Aus den Handwerks- und verwandten Berufen kamen dagegen 5,7 % weniger Arbeitslose als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote der akademischen Berufe liegt allerdings bei 2,6 %.

Die Grafik unten zeigt nach dem Job Index der Adecco Group und der Universität Zürich (2. Quartal 2026), wie sich die Stelleninserate in dessen vierzehn Berufsgruppen entwickelt haben. In der Informatik ziehen sie wieder leicht an (+6 %), vor allem für Softwareentwickler, während sie für Netzwerk- und Datenbankspezialisten zurückgehen. In den Büroberufen (+9 %) geht der Anstieg vor allem auf die allgemeinen Büro- und Sekretariatskräfte zurück. Das Gesamtbild zeigt unser Artikel zum Schweizer Arbeitsmarkt 2026.

Balkendiagramm der vierzehn Berufsgruppen: Die Stelleninserate nehmen in den Hochschulberufen Gesundheit (+17 %) sowie in Handwerk und Industrie (+12 %) am stärksten zu und sinken am deutlichsten in KV, Verwaltung und Handel (-13 %) sowie in den Hochschulberufen Naturwissenschaften (-18 %).

Was wir davon halten

Eine Rangliste der Berufe zeigt, wo die Nachfrage wächst, nicht aber, wo Sie Ihre Chancen haben. Laut den Autoren des Job Index hängen die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz weniger von der Berufsgruppe ab als von den konkreten Tätigkeitsprofilen. Ob Sie eine Stelle haben oder eine suchen: Schauen Sie weniger auf das ganze Berufsfeld als auf die einzelne Stelle und auf jene Stellen, in denen Ihre Kompetenzen gefragt sind. Wenn Sie bei einem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet sind, sehen Sie auf der Plattform Job-Room die Stellen in meldepflichtigen Berufsarten fünf Arbeitstage vor anderen Stellensuchenden.

Aufschlussreicher als eine nationale Rangliste sind die Inserate, die Sie selbst betreffen. Dafür gibt es ApplyNow: Jeden Morgen erhalten Sie eine kurze Liste von Inseraten, nach Ihrem Profil bewertet und sortiert.

Quellen

Veröffentlicht am 21. Oktober 2026, von Greg Lefebvre

Welche Berufe sind 2026 in der Schweiz gefragt?